Marc war unwahrscheinlich vielseitig. Seine große Liebe aber galt dem Motorradfahren und seiner Honda CBR. Er war glücklich wenn er mit seinem Motorrad unterwegs sein konnte.
Wir machten uns oft Gedanken "Was wäre wenn ihm etwas passiert" und waren immer erleichtert und froh hörten wir seine Maschine in der Hofeinfahrt.
Oft stand er Sonntagmorgens bei Sonnenaufgang auf und fuhr einfach los. Wenn er dann abends endlich heimkam und wir ihn fragten wo er denn so lange war, lachte er und schwärmte mit einem unbeschreiblichen Strahlen in seinen Augen:" Heute bin ich 900 Kilometer gefahren- Hej und das war nur geil."
Einen Tag später kam dann eine Ansichtskarte aus Frankreich oder aus einer anderem Land in dem er Kaffeepause gemacht hat.
Alleine hat er seinen Freund mit seinem Motorrad in Irland besucht. Uns wäre es lieber gewesen wenn er mit dem Flugzeug nach Irland gereist wäre, aber für Ihn war das nie ein Thema.
Bis Calais, mit der Fähre nach England, durch England durch und wieder mit der Fähre nach Irland." Auf der Heimfahrt ist er bei dieser Gelegenheit auch die Strecke der Isle of Man gefahren."
Wir hatten solche Angst um Marc und waren heilfroh als er müde aber glücklich wieder bei uns zu Hause war. Bei den Gesprächen die wir mit ihm führten was alles passieren kann, erwiderte er uns immer wieder er sei sich der Gefahr voll bewußt. Wir werden diese Gespräche nie vergessen.

PASSIEREN KANN MIR ÜBERALL WAS AUCH HIER DRAUSSEN IN UNSEREM GARTEN ICH WILL BESTIMMT NICHT DASS MIR WAS PASSIERT UND ICH WILL AUCH NICHT STERBEN ABER WENN ES SO SEIN SOLL DANN MIT MEINER GELIEBTEN HONDA UND ES SOLL SCHNELL GEHN
EINEN UNFALL BEI DEM ICH NIE MEHR FAHREN KANN DAS WÜRDE ICH NICHT VERKRAFTEN
WISST IHR ICH GLAUBE JEDER HAT EIN LICHT UND WENN DAS AUSGEHT MUSS MAN GEHEN ABER WENN ES DANN SO IST KANN MAN NICHTS MACHEN UND IHR MÜSSTET TROTZDEM WEITERLEBEN

SEIN WUNSCH WURDE IHM ERFÜLLT ER VERUNGLÜCKTE MIT SEINER HONDA UND BEKAM KEINE CHANCE ZU WÄHLEN - IHM HAT DER AUFPRALL DAS GENICK GEBROCHEN - ER WAR SOFORT TOT.

Jetzt wo dieses Leben ohne ihn und dieser unbändige Schmerz eingetreten ist klingt es als ob er es geahnt hat, aber er hat uns seine Denkweise als Vorgabe hiergelassen. Er hat es genau gewusst welche Gefahren sein Hobby mitbringt.

 

War er nicht mit dem Motorrad unterwegs dann mit ausgesuchten Freunden. Mit seinem Freund Felix war er mehrmals in Irland und auch in Norwegen. Die Welt sich anschauen und sich selber eine Meinung bilden, nicht nur durch einen begrenzten Horizont. Bergtouren mit einem Kumpel, kurz über die Alpen fliegen nach Feierabend, hereinstürmen mit einem Strahlen auf dem Gesicht:"Ratet mal wo ich gerade war? In Italien. Wir sind kurz nach Feierabend losgeflogen- einfach so."
Basteln und Schrauben an seiner Honda. 2001 hat er sie komplett auseinander genommen und wieder mit viel Liebe zusammengeschraubt.

Diskussionen führen über Gott und die Welt bis in die frühen Morgenstunden.
Wichtig war ihm auch das THW. Bei der Flutkatastrophe bei Dresden nahm er sich unbezahlten Urlaub um den Leuten in Not zu helfen, es war für ihn ganz selbstverständlich dabei zu sein. Er war ganz fertig nach diesem Einsatz. Soviel Leid und Verwüstung.
Und über allem dem vergass er nie uns seine Eltern, seine Familie, seine Freundinnen und Freunde die für ihn ein Teil seines Lebens waren.
Bikertreffen, zusammen Konzerte besuchen wie in Wacken oder mit seiner vierzigjährigen Mutter zum ACDC Konzert in Hockenheim, Sylvester in Dresden, Wanderungen mit Kumpels oder einfach mal schauen wo was los ist heute und am Wochenende.
Ehrensache war es als Ordner beim jährlichen Summerbreeze dabeizusein.
Sich nie zufriedengeben und immer einen Tick mehr sehen und wissen wollen. Das war unser Sohn.

Was für ein Glück solch einen Sohn zu haben.

Wir gehen den Spuren nach die du hinterlassen hast und begegnen dir immer wieder.
Nichts kann uns trennen wenn uns so viel verbindet.
Wir können keinen Frieden finden,
wenn wir Angst haben vor den Stürmen des Lebens.
Wir können auch unseren Kindern
keinen Frieden geben,
wenn wir sie wie Gewächshauspflanzen hegen.
Frieden werden nur diejenigen Kinder haben,
der Eltern wußten
was bedingunglose Liebe ist,
und deren Eltern sie nicht zurückgehalten haben,
wenn sie die ersten sebständigen Schritte machten.